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Der Tierkreis und das Sonnensystem

Betrachten wir unser Sonnensystem, wie es ein Beobachter von aussen sehen würde, so bietet sich ein Bild mit der Sonne als Zentralstern und den Planeten, die auf ihren Bahnen die Sonne umkreisen. Alle Planeten bewegen sich dabei auf fast der gleichen Ebene um die Sonne. Dieses Bild erscheint im Querschnitt wie eine Diskusscheibe. Die Erde findet sich auch auf dieser Scheibe wieder. Wechseln wir nun den Standpunkt, und gehen mit unseren Betrachtungen vom Blickwinkel Erde aus, so verändert sich die Perspektive, und wir sehen die Sonne, wie sie uns umkreist. Da sich die übrigen Planeten ebenfalls auf der selben Ebene befinden, scheinen die Sonne, der Mond und die Planeten innerhalb einer schmalen Bahn, die Erde zu umkreisen. Diese scheinbare Bahn der Sonne bildet den astrologischen Tierkreis. Ihn hat der Mensch, wie wir gesehen haben, schon früh beobachtet und berechnet.

Die Erforschung dieser scheinbaren Sonnenbahn ergab die beiden Tag- und Nachtgleichen im Frühjahr und im Herbst. Da die Sonne an diesen beiden Tagen gleich lang über und unter dem Horizont steht, geht sie zu beiden Terminen auch genau im Osten auf und genau im Westen unter. Bildete man den rechten Winkel zu diesen beiden Himmelspositionen konnte daraus die Nord-Südrichtung bestimmt werden. Ganz von selbst ergaben sich daraus die Sommer- und die Wintersonnwenden, die vier Eckpunkte, nach denen die jährliche Sonnenbahn genau bestimmt werden kann. Eine zuverlässige Prognose der Jahreszeiten wurde dadurch möglich.
 
  Diese Vierteilung ist der Ursprung der astrologischen Beobachtungen. Später wurden diese vier Zonen ein weiteres Mal geteilt, und es entstanden acht Bereiche, die heute noch als das Bild der Windrose gezeichnet werden. Mit der weiteren Unterteilung der scheinbaren Sonnenbahn in zwölf gleich grosse Abschnitte war dann der Tierkreis geschaffen, wie wir ihn auch heute noch verwenden. Der Tierkreis ist, und das soll nochmals betont werden, die Zwölfteilung der scheinbaren Sonnenbahn und hat nichts mit den Sternbildern gleichen Namens zu tun.
Der Astrologe betrachtet nicht die Position der Planeten vor dem Hintergrund des Fixsternhimmels, sondern ihre Stellung innerhalb unseres Sonnensystems. Die Planetenstellungen im Horoskop sind Positionen in diesem Messkreis, und haben nur zu ihm einen Bezug. Dass der so genannte Frühlingspunkt sich vor dem Hintergrund des Fixsternhimmels verschiebt, spielt dabei keine Rolle, die zeigt nur, das Eingebundensein in einen noch grösseren zyklischen Rahmen an. ( Ein galaktischer Tag sind ca. 26 000 Erdenjahre) Ausschliesslich die Sonnenbahn mit ihrem alljährlich wiederkehrenden Zyklus ist die Basis für das Astrologische System.